PREAMBLE

Auswahlkriterien

Die Wiener Weihnachtsmärkte spielen rund um den Advent eine wichtige Rolle im Kulturleben der Stadt. Diese Märkte haben in Wien eine jahrhundertelange Tradition. Schon um 1600 ist ein solcher auf dem Graben nachweisbar. 1722 wird ein „Nikolo-, Weihnachts- und Krippenmarkt“ urkundlich erwähnt. Mittlerweile sind Adventmärkte auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Ihr Beitrag zur Gesamtwirtschaftsleistung wurde für das Jahr 2022 mit rund 400 Millionen Euro beziffert. Nicht zuletzt deshalb stehen die Weihnachtsmärkte im Zentrum des Wiener Städtetourismus während der Adventzeit.

Der Spittelberg Weihnachtsmarkt besteht seit 30 Jahren und gehört zu den wichtigsten Adventmärkten Wiens. Speziell die romantische Atmosphäre inmitten des historischen Ensembles einer spätbarocken Vorstadt, die Vielfalt an ausgesuchtem Kunsthandwerk, das Augenmerk auf Nachhaltigkeit, Bioprodukte und innovativem kulinarischen Angebot haben es den Besuchern und Besucherinnen angetan.

So wurde der Spittelberg Weihnachtsmarkt schon mehrfach ausgezeichnet. Die Leser und Leserinnen des renommierten Magazins Falstaff erkoren den Spittelberg Weihnachtsmarkt seit 2017 in ununterbrochener Reihenfolge, jeweils mit deutlichem Vorsprung, zum attraktivsten Adventmarkt Wiens. Skyscanner, eine der wesentlichen internationalen Flugreisenplattformen, kürte den Spittelberg Weihnachtsmarkt 2017 gar zum schönsten Europas und zur Nummer 3 weltweit.

Grundlagen der Auswahl für die Teilnahme am Spittelberg Weihnachtsmarkt

Diese guten Bewertungen sind nur möglich, wenn die Qualität des Angebotes hoch ist. Der Kulturverein Forum Spittelberg, seit 30 Jahren Veranstalter des erfolgreichen Spittelberg Weihnachtsmarktes, legt bei der Auswahl der Teilnehmer und Teilnehmerinnen daher besonderes Augenmerk auf handwerkliche und künstlerische Qualität, auf Innovation und Nachhaltigkeit. Weil wir wissen, dass viele unserer Besucher und Besucherinnen jedes Jahr auf den Spittelberg kommen und neben der Vielfalt auch eine gewisse Kontinuität schätzen, erhalten Standler und Standlerinnen, die sich im Folgejahr wieder um eine Teilnahme bewerben, im allgemeinen wieder denselben Standplatz, sofern das Angebot weiterhin gut ins Gesamtbild des Marktes passt.

Das Kunsthandwerk und der Handel

Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerkern, die ihre Waren selbst herstellen – mitunter auch direkt am Stand – wird der Vorzug vor Händlerinnen und Händlern eingeräumt. Auch wollen wir innovative Produkte und innovatives Design besonders fördern. Wichtig ist uns zudem die Vielfalt der Produkte. Die Besucherinnen und Besucher des Spittelberg Weihnachtsmarkt sollen eine möglichst breite, interessante Palette an unterschiedlichen kunsthandwerklichen Produkten vorfinden. Wer mit sozioökonomischen Betrieben (zB Frauenkooperativen in Ländern des Südens) zusammenarbeitet und dort fertigen lässt, genießt gegenüber Anbietern und Anbieterinnen mit Produkten aus konventioneller Produktion den Vorrang.

Die Kulinarik

Auch beim Speisenangebot soll zum einen traditionell Bodenständiges und zum anderen Innovatives und wenig Bekanntes vertreten sein. Allerdings sind hier noch zwei zusätzliche Kriterien von Bedeutung. Wir möchten biologische Produkte und die regionale bäuerliche Landwirtschaft fördern und nach Möglichkeit sollen Speisen aus hochwertigen Zutaten direkt am Stand frisch zubereitet werden. Weil die Eigenständigkeit ein wichtiges Merkmal des Spittelberg Weihnachtsmarktes ist, gibt es hier keine Stände der Systemgastronomie oder von Franchiseketten. Auf Wunsch der Anrainerinnen und Anrainer sowie der Standbetreiber und Standbetreiberinnen bemühen wir uns stets um die optimale Verteilung der kulinarischen Stände im Marktgebiet.

Berechtigungen

Wir ersuchen unsere Standlerinnen und Standler, Kopien ihrer Gewerbeberechtigungen und UID Nummer ihrer Standplatzbewerbung beizulegen.

Die alkoholischen Heißgetränke

Eine Sonderregelung gibt es für Stände mit alkoholischen Heißgetränken (Punsch, Glühwein, Tee mit Rum, etc.). Plätze für solche Stände werden an die im Bereich des Spittelberg Weihnachtsmarktes lokal ansässigen Gastronomen und Gastronominnen vergeben. Diese enge Kooperation mit der lokalen Gastronomie hat sich nun schon seit 30 Jahren bestens bewährt. Solcherart kann etwa unser Pfandhäferlsystem kostengünstig und aufwandsminimierend betrieben werden, weil die Häferl in den jeweiligen Betrieben gewaschen werden, wo ja bereits Einrichtungen zum Häferlwaschen vorhanden sind. Außerdem gibt es eine Sondervereinbarung mit Lokalen, die einen Punschstand betreiben, in Bezug auf die Sanitäranlagen (siehe Nachhaltigkeit).

Die Standgestaltung

Die spezifische Situation am Spittelberg erfordert besondere Hütten. Zum einen können in den schmalen, gepflasterten und abschüssigen Gassen oftmals nur Sonderformate mit geringer Breite und Tiefe aufgestellt werden. Zum anderen ist beim Erscheinungsbild auf das streng geschützte historische Ensemble Bedacht zu nehmen. So können beispielsweise nur Holzhütten aufgestellt werden.

Bewerberinnen und Bewerber fügen ihrer Anmeldung ein kurzes Konzept bei, in dem die geplante Standgestaltung umrissen wird (Licht, Dekoration, etc.). Innovative Ideen sind ebenso willkommen wie kreativ traditionelle und nachhaltige Gestaltung.

Die Nachhaltigkeit und der Öko-Event

Der Spittelberg Weihnachtsmarkt ist ein „Öko-Event“. Dieses Prädikat wird von der Stadt Wien an Unternehmen/Veranstaltungen/Märkte vergeben, die um einen besonders guten ökologischen Fußabdruck bemüht sind. Das heißt, Produkte sollen fair gehandelt oder produziert, lokal, regional und/oder bio, vegetarisch oder vegan, ressourcenschonend und/oder nachhaltig sein. Auch das Erscheinungsbild der Stände sollte nachhaltigen Kriterien entsprechen, z.B. Dekomaterial, Verpackungen, Take-away-Geschirr wiederverwendbar und umweltschonend. Das Forum Spittelberg unterstützt Standlerinnen und Standler jederzeit mit Rat und Tat, damit die Kriterien zur Teilnahme am „Öko-Event“ gut erbracht werden können.

Das Forum Spittelberg legt bei der Organisation des Marktes viel Wert auf Nachhaltigkeit. Nicht zuletzt aus diesem Grunde ist der Betrieb von Ständen, an denen alkoholische Heißgetränke verabreicht werden den Gastronomiebetrieben vorbehalten, die am Spittelberg ansässig sind. Mit ihnen gibt es die Vereinbarung, dass sie Besucherinnen und Besucher wie Standlerinnen und Standler kostenlos ihre Sanitäranlagen benutzen lassen. Solcherart erübrigt sich die Aufstellung von Mobiltoiletten. Das spart Transportaufwand und den Einsatz chemischer Mittel. Auch das Waschen der Häferl erfolgt in den Betrieben, die ohndies über die nötige Ausstattung verfügen. Daher werden keine zusätzlichen Installationen benötigt. Für den anfallenden Müll gibt es ein eigenes Müllmanagement, das zum einen auf Vermeidung und zum anderen auf Trennung und Recycling abzielt. Die Spittelberg-Sackerl, selbstverständlich aus Papier, werden kostenlos an die Standler und Standlerinnen ausgegeben.

Eine genderparitätisch besetzte dreiköpfige Jury (Katarina Spielmann/bildende Künstlerin, Katarina Krupicka/Psychologin und Michael Schmid/Autor und Fotograf) trifft die endgültige Entscheidung über die Teilnahme am Spittelberg Weihnachtsmarkt auf Basis der vorab definierten Kriterien. Die Standplatzzuordnung erfolgt nach Maßgabe einer für alle Beteiligten, also Besucher und Besucherinnen, Standlerinnen und Standler sowie Anrainerinnen und Anrainer optimalen Variante.

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Mag.a Christiane Goller und Mag. Michael Schmid vom Forum Spittelberg-Team mit Klimaschutzministerin Mag.a Leonore Gewessler copyright:BMKÖS/HBF/Trippolt

1. Preis für Nachhaltigkeit

„Vorbildhaftigkeit mit großer Breitenwirkung“ – dies hat uns die Jury des Wettbewerbs „Nachhaltig gewinnen“ des Klimaschutzministeriums für den Weihnachtsmarkt 2023 attestiert. Wir freuen uns!